Der Herbst bringt im Hühnerstall einige Veränderungen mit sich. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und bei vielen Hühnern beginnt die Mauser. Gleichzeitig verändert sich das natürliche Futterangebot im Auslauf. Für Halter ist deshalb jetzt ein guter Zeitpunkt, die Haltung zu überprüfen und die Tiere auf die kommenden Monate vorzubereiten.
Mauser kostet Kraft
Die Mauser ist ein natürlicher Bestandteil des Jahresverlaufs. Hühner wechseln dabei ihr altes Gefieder und bilden neue Federn. Der Prozess beginnt häufig am Kopf und breitet sich anschließend über Hals, Brust, Rücken und Flügel bis zum Schwanz aus. Wie lange die Mauser dauert, hängt unter anderem vom jeweiligen Tier ab.
Der Gefiederwechsel beansprucht den Körper. Während dieser Zeit kann die Legeleistung deutlich zurückgehen oder vorübergehend vollständig aussetzen. Die Legepause steht dabei im Zusammenhang mit der veränderten Tageslänge und der hormonellen Umstellung im Herbst.
Für Halter bedeutet das vor allem: Während der Mauser sollten die Tiere möglichst wenig zusätzlichem Stress ausgesetzt werden. Größere Veränderungen im Bestand oder unnötiges Umsetzen sind in dieser Phase nicht ideal.
Fütterung im Herbst: Auf eine ausgewogene Versorgung achten
Mit dem Herbst verändert sich auch das Futterangebot im Auslauf. Insekten und anderes natürlich verfügbares Futter werden weniger. Gleichzeitig benötigen die Hühner während der Mauser ausreichend Nährstoffe für die Neubildung ihres Gefieders.
Die Grundlage sollte deshalb weiterhin ein ausgewogenes Alleinfutter sein. Ergänzend können geeignete eiweißhaltige Futtermittel angeboten werden. Genannt werden unter anderem Mehlwürmer und Insektenmehl. Auch gekeimte Hülsenfrüchte können das Futterangebot ergänzen.
Mineralstoffe und Spurenelemente spielen ebenfalls eine Rolle. Dazu gehören unter anderem Zink und Biotin. Calcium bleibt insbesondere für Hühner wichtig, die weiterhin Eier legen. Muschelkalk und Magensteinchen sollten deshalb weiterhin zur Verfügung stehen.
Auch kleine Mengen geeigneter Ölsaaten wie Sonnenblumen- oder Kürbiskerne können im Herbst als Ergänzung angeboten werden. Solche Extras sollten allerdings nur einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen.
Legepause ist im Herbst normal
Wenn die Tage kürzer werden, legen viele Hühner weniger Eier. Während der Mauser kann die Legeleistung zusätzlich zurückgehen. Bei manchen Tieren kommt es zu einer vollständigen Legepause.
Halter müssen deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass ein gesundheitliches Problem vorliegt, wenn im Herbst deutlich weniger Eier im Nest liegen. Die Legetätigkeit kann sich nach der Mauser wieder verändern.
Stall sauber und gut belüftet halten
Neben der Fütterung sollte im Herbst der Stall besonders genau kontrolliert werden. Saubere Einstreu und regelmäßige Reinigung gehören weiterhin zu einer guten Haltung. Gleichzeitig ist eine ausreichende Belüftung wichtig. Zugluft sollte vermieden werden.
Auch Parasiten sollten im Blick bleiben. Besonders die Rote Vogelmilbe kann für Hühner problematisch sein. Eine regelmäßige Kontrolle des Stalls und der Tiere hilft dabei, einen möglichen Befall frühzeitig zu erkennen.
Während der Mauser können außerdem kahle Hautstellen sichtbar werden. Nicht jede sichtbare Hautstelle ist automatisch krankheitsbedingt. Blutungen, entzündete oder vereiterte Haut sowie anhaltende Veränderungen des Allgemeinzustands sollten jedoch nicht einfach als normale Mauserscheinung abgetan werden und gehören gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt.
Auslauf im Herbst sichern
Auch draußen verändert sich die Situation. Herbstlaub bietet den Hühnern zusätzliche Möglichkeiten zum Scharren und zur Futtersuche. Gleichzeitig sollte der Auslauf regelmäßig kontrolliert und weiterhin sicher gehalten werden.
Mit dem Herbst kann außerdem die Gefahr durch Raubtiere steigen. Ein gut gesicherter Stall und Auslauf ist deshalb besonders wichtig. Futter sollte möglichst nicht dauerhaft außerhalb des Stalls stehen. Geschlossene Futterbehälter helfen außerdem dabei, unerwünschte Besucher fernzuhalten.
Wer den Auslauf für die kommende Saison verbessern möchte, kann den Herbst zudem für entsprechende Pflanzarbeiten nutzen. Sträucher und andere geeignete Bepflanzungen können später zusätzliche Strukturen im Auslauf schaffen.
Ruhe hilft durch die Mauser
Die wichtigste Maßnahme während der Herbstmonate ist letztlich eine möglichst stabile Haltung. Hühner brauchen einen sauberen Stall, eine ausgewogene Fütterung, Zugang zu Wasser und einen sicheren Auslauf. Während der Mauser sollten zusätzliche Belastungen möglichst vermieden werden.
Der Herbst muss im Hühnerstall deshalb keine komplizierte Zeit sein. Wer Fütterung, Stallhygiene, Parasitenkontrolle und die Sicherheit des Auslaufs regelmäßig überprüft, schafft gute Voraussetzungen für die Mauser und die anschließenden Wintermonate.





