Mehlwürmer für Hühner. Grafik: Copilot

Alternativen zu Mehlwürmern für Hühner – und warum sie oft die bessere Wahl sind

Mehlwürmer gehören zu den beliebtesten Snacks in der Hühnerhaltung. Sie liefern viel Eiweiß und werden von den Tieren gern gefressen. Gleichzeitig sind sie energiereich und relativ fetthaltig. In zu großen Mengen können sie zu Übergewicht führen, was das Risiko für Legenot und andere Stoffwechselprobleme erhöht.

Ein weiterer Punkt: Mehlwürmer enthalten kaum Kalzium. Für Legehennen ist das ein Nachteil, denn stabile Eierschalen und eine belastbare Knochenstruktur benötigen ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium und Phosphor. Viele Alternativen bieten genau dieses bessere Nährstoffprofil.

Insektenalternativen mit Vorteilen gegenüber Mehlwürmern

Soldatenfliegenlarven (Hermetia illucens / Calciworms)

Calciworms gelten inzwischen als eine der besten Alternativen. Sie enthalten ähnlich viel Eiweiß wie Mehlwürmer, aber deutlich mehr Kalzium. Das günstige Verhältnis von Kalzium zu Phosphor unterstützt die Bildung stabiler Eierschalen und die Knochenstruktur.

Oft wird die enthaltene Laurinsäure hervorgehoben, die das Immunsystem unterstützen kann. Der Fettgehalt ist moderater als bei Mehlwürmern, was das Risiko für Übergewicht reduziert.

Calciworms eignen sich besonders während der Mauser, im Winter, beim Entglucken und für Legehennen. Ihre nachhaltige Produktion macht sie zudem zu einer ökologisch sinnvollen Eiweißquelle.

Gammarus (Bachflohkrebse)

Gammarus liefern viel Eiweiß, enthalten aber deutlich weniger Fett als Mehlwürmer. Dadurch eignen sie sich gut für Hühner, die zu Übergewicht neigen oder bereits energiereiches Futter erhalten. Sie werden gut akzeptiert und lassen sich problemlos dosieren.

Grillen und Heuschrecken

Getrocknete Grillen und Heuschrecken bieten ein hochwertiges Proteinprofil und sind fettärmer als Mehlwürmer. Gleichzeitig fördern sie das natürliche Jagdverhalten der Hühner. Das sorgt für Bewegung, Beschäftigung und Stressabbau im Bestand.

Regenwürmer

Regenwürmer gehören zur natürlichen Nahrung von Hühnern. Sie sind eiweißreich und werden im Auslauf oft selbst gefunden. Als gezielte Ergänzung eignen sie sich ebenfalls, sollten aber – wie alle tierischen Eiweißquellen – nur in kleinen Mengen gefüttert werden.

Pflanzliche und milchbasierte Alternativen

Milchprodukte und gekochte Eier

Quark, Hüttenkäse und Buttermilch liefern gut verwertbares Eiweiß und werden von vielen Hühnern gern gefressen. Gekochte Eier sind eine bewährte Ergänzung, besonders bei Küken oder in Phasen mit erhöhtem Bedarf. Beide Varianten sollten nur gelegentlich gefüttert werden.

Hülsenfrüchte

Erbsen, Bohnen und Lupinen bieten pflanzliches Eiweiß und sind fettarm. Sie eignen sich gut für Halter, die tierische Eiweißquellen reduzieren möchten oder selbst Futter mischen.

Warum Alternativen oft die bessere Wahl sind

Aus allen Quellen ergibt sich ein klarer Trend: Viele Alternativen bieten ein ausgewogeneres Nährstoffprofil als Mehlwürmer.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Mehr Kalzium, besonders bei Soldatenfliegenlarven
  • Weniger Fett, z. B. bei Gammarus, Grillen und pflanzlichen Eiweißquellen
  • Geringeres Risiko für Übergewicht
  • Besseres Aminosäurenprofil durch abwechslungsreiche Eiweißquellen
  • Förderung des natürlichen Jagd- und Scharrverhaltens
  • Nachhaltigere Produktion, vor allem bei BSF‑Larven

Damit sind Alternativen nicht nur Abwechslung, sondern in vielen Situationen die gesündere Wahl.

Dosierung: Zusatzfutter bleibt Zusatzfutter

Generell gelten immer dieselben Grundregeln:

  • Zusatzfutter sollte maximal 10 % der Tagesration ausmachen
  • Insekten sind Ergänzungen, kein Hauptfutter
  • Zu viel Eiweiß oder Fett belastet Leber und Nieren
  • Für Snacks gelten 10–15 g pro Tier als Obergrenze

Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis – Zusatzfutter unterstützt nur punktuell.

Hauke

Hühner im Garten seit Sommer 2023. Infos, Tipps und Co.

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