Die Newcastle-Krankheit, eine hoch ansteckende Viruserkrankung bei Vögeln, sorgt aktuell in Deutschland für Besorgnis. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wurden Ende Februar die ersten Ausbrüche seit 30 Jahren in Brandenburg bestätigt. Inzwischen sind weitere Fälle in Brandenburg sowie sechs bestätigte Ausbrüche im bayerischen Landkreis Erding bekannt. Insgesamt mussten rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet werden, um die Ausbreitung einzudämmen.
Was ist die Newcastle-Krankheit?
Das Newcastle-Disease-Virus (NDV), auch als atypische Geflügelpest bezeichnet, kann vermutlich alle Vogelarten infizieren. Bei Menschen ist eine Ansteckung sehr selten, meist auf eine Bindehautentzündung beschränkt. Einzelne Todesfälle traten bislang nur bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf.
Die Krankheit zeigt sich durch Symptome wie Atemprobleme, Durchfall, Appetitverlust und reduzierte Legeleistung. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr gelten strenge Schutzmaßnahmen in betroffenen Betrieben als unerlässlich.
Schutzmaßnahmen für Geflügelbetriebe
Das FLI empfiehlt, in Geflügelhaltungen ein besonderes Augenmerk auf den kontrollierten Personen- und Warenverkehr zu legen. Pflichtimpfungen, Früherkennung durch Tests kranker oder verendeter Tiere sowie schnelle Keulung betroffener Bestände gehören zu den zentralen Maßnahmen.
In Deutschland besteht für Hühner und Puten eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit – auch in Kleinsthaltungen. Geimpfte Tiere können sich zwar infizieren, scheiden das Virus aber in geringerer Menge aus, zeigen mildere Symptome und sind insgesamt besser geschützt.
Situation in Deutschland und Europa
Neben den Ausbrüchen in Brandenburg und Bayern sind auch Geflügelbetriebe in Polen, Tschechien und der Slowakei betroffen. Anders als bei der gleichzeitig auftretenden Vogelgrippe gibt es bislang jedoch keine Hinweise auf eine großflächige Verbreitung aggressiver NDV-Varianten in Wildvögeln.
Die Kombination aus konsequenter Impfung und Keulung betroffener Bestände hat sich als wirksame Strategie erwiesen, um die Newcastle-Krankheit einzudämmen und die Gefahr für andere Bestände zu minimieren.
Geflügelhalter sollten die Situation aufmerksam beobachten und bei ersten Krankheitsanzeichen sofort handeln. Eine hohe Aufmerksamkeit und konsequente Hygienemaßnahmen bleiben der wichtigste Schutz gegen das Virus.





