In den USA wird der Eiermarkt derzeit auf den Kopf gestellt. In einigen Regionen sind Eier kaum noch zu finden – wenn überhaupt, dann zu Preisen, die weit über dem liegen, was Verbraucher noch vor wenigen Jahren gewohnt waren. Der derzeit gravierendste Ausbruch der Vogelgrippe seit fast einem Jahrzehnt hat dazu geführt, dass Millionen Hühner zur Eindämmung der hochansteckenden Krankheit geschlachtet werden mussten.
Deutlicher Preisanstieg bei Eiern
Im August 2023 lag der Preis für ein Dutzend Eier noch bei knapp über zwei Dollar. Heute, im Januar 2025, haben sich die Preise im Schnitt auf etwa 4,95 Dollar pro Dutzend erhöht – und in manchen Regionen sind sogar Preise jenseits der zehn Dollar keine Seltenheit. Die Folgen für Verbraucher sind massiv: Wer früher problemlos eine Packung Eier kaufte, muss nun tiefer in die Tasche greifen. Neben dem massiven Verlust an Hühnerbeständen tragen auch gestiegene Kraftstoff-, Futter- und Lohnkosten zur aktuellen Krise bei.
Die erschütternden Folgen des Ausbruchs
Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben in den USA bereits dazu geführt, dass mehr als 158 Millionen Hühner geschlachtet wurden. Dabei bleiben nicht nur infizierte Tiere nicht verschont – ganze Schwärme, in denen ein Fall von Vogelgrippe bestätigt wurde, werden zur Sicherheit aus dem Verkehr gezogen. Auch Truthähne und Hühner, die für die Fleischproduktion gezüchtet werden, sind betroffen. Diese drastische Dezimierung der Bestände sorgt nicht nur für Engpässe, sondern schürt auch die Befürchtung, dass die Preise um weitere 20 Prozent steigen könnten, besonders in der typischen Hochsaison um Ostern.
Staatliche Einsparungen und ihre Folgen
Neben den direkten Auswirkungen des Virus kämpfen die Behörden zusätzlich mit strukturellen Problemen. Ein Sparkurs, der unter anderem zu erheblichen Einsparungen bei Personalkosten geführt hat, erschwert ein koordiniertes Vorgehen im Seuchenmanagement. Schon jetzt ist der Mangel an Fachpersonal in zentralen Behörden spürbar – ein Umstand, der die Situation weiter verkompliziert. Inmitten dieser Herausforderungen kritisieren Stimmen aus der Politik, dass gerade jetzt mehr Ressourcen für die Bekämpfung des Virus benötigt würden, um nicht nur den Agrarsektor, sondern auch die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Mögliche Risiken für die Bevölkerung
Obwohl bisher 70 Infektionsfälle bei Menschen – fast ausschließlich bei Mitarbeitern in Geflügel- und Rinderbetrieben – gemeldet wurden, wird das Risiko für die Allgemeinbevölkerung von den Behörden als gering eingeschätzt. Dennoch warnen einige Virologen vor potenziellen Veränderungen: Insbesondere die Diskussion um den Verkauf von Rohmilch sorgt für Unruhe. Sollte es zu einer Lockerung der aktuellen Regelungen kommen, könnte dies ein Rezept für Masseninfektionen darstellen, da der Konsum von Rohmilch als möglicher Übertragungsweg für den Virus gilt.